Gründung im Jahre 1892 !

  Im Jahr 2017 125-jähriges Jubiläum

Festschrift zum 125-jährigen Jubiläum

 

Nach Eintragungen in das erste Mitgliedsbuch des M.T.V. Salder, vom 01. September 1892,welches bestens erhalten in unserem Besitz ist, waren folgende Männer die Gründer des Vereins im Jahre 1892:      

 

 

 

 

 

Heinrich Albrand.    Uhrmacher, geb. in Milwaukee in Nord-Amerika,    früher Turner  in Rostock, Wismar und Charlottenburg,    Alter: 30 Jahre.      

 

Henry Osterloh.    Amtsgerichtsschreiber aus Braunschweig.    Alter: 25 Jahre.     Adolf Koock.    Amtsgerichtsschreiber aus Bodenburg.    Alter: 25 Jahre.      

 

Artwig Genther.    Kaufmann aus Salder.    Alter: 23 Jahre.     

 

Gebrüder    Wilhelm und Albert Grosskopf.    Maler aus Salder.    Alter: 23 und 20 Jahre.  

 

In den ersten Jahren nach der Gründung hielten sich Ein- und Austritte die Waage, wobei der Verein nahezu immer 20 aktive Mitglieder hatte.

1898/99 verließen 11 aktive Sportkameraden den Verein; aber schon 1900 wurden mehr als 35 Köpfe gezählt.

Von 1900 an bis zum Krieg 1914/18 war Salder ein vereinsfreudiges Dorf.  

 

Es gab neben dem Turnverein die Kyffhäuser, einen Gesangsverein, den Stahlhelm, einen Schützenverein und die Freiwillige Feuerwehr. Die Schützen hatten ihr Schützenhaus am Hasselberg, ganz in der Nähe der ersten Sportwiese.  

Geturnt wurde im Saal der Gaststätte Strube. Ein Reck, 2 Pferde (Lederböcke) und ein Barren waren die Trainingsgeräte. Die damaligen Vorturner haben große sportliche Leistungen vollbracht. Nach alten Aufzeichnungen sind jahrelang Kreis-, Bezirks- und Verbandtitel, ja sogar Landestitel, nach Salder geholt worden, immer unter dem Motto:              

 

 Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei.                         

 

Im Jahre 1900 wurde der Deutsche Fußball Bund gegründet und auch in Salder fanden sich nach Beendigung des ersten Weltkrieges junge Sportfreunde zusammen, um das Fußballspiel und die Leichtathletik zu betreiben. In der Deutschen Turnerschaft, dem der M.T.V. angehörte, war das neuartige Mannschaftsspiel aus England verpönt, ja es soll sogar verboten gewesen sein.  

 

Im Jahr 1919 ging es aber dann richtig zur Sache. Aus dem M.T.V. heraus gründete man einen zweiten Spotverein, den Fußballclub F.C. Salder und huldigte dem Ballsport. 1920 gab sich der reine Fußballclub den Namen Concordia Salder. Durch die turnerischen und leichtathletischen Übungen im M.T.V. wurde den jungen Spielern sehr viel Körperbeherrschung mit auf den Weg gegeben und somit eilten die Fußballer aus Salder von Sieg zu Sieg.  

 

Schon im ersten Jahr der Abspaltung vom M.T.V. errang die damalige Fußballelf die Bezirksmeisterschaft. Durch die Teilnahme an verschiedenen größeren Pokalturnieren, Hannover und Hildesheim, die mit Fahrrädern besucht wurden, wurde manche Trophäe errungen. Die Trophäen bestanden aus Mettwürsten oder Vorder- und Hinterschinken, je nach errungenem Platz.

 

Im Jahr 1924 kam es zur Trennung der Deutschen Turnerschaft von den Sportverbänden.

Die Deutsche Turnerschaft trat 1925 aus dem Reichsausschuss für Leibesübungen aus und nahm von nun an auch Rasenspieler sämtlicher Spielarten in ihr Programm auf. Unter Umbenennung in V.f.L. Salder e.V.  trat der Fußballclub Concordia, der sich eng verbunden mit den Turnern fühlte, auch der Turnerschaft bei und gehörte dem Turnbezirk Wolfenbüttel im Turngau Braunschweig an.  

 

 

Seit dem 01.04.1925 nennen die Mitglieder ihren Verein: V.f.L.  = Verein für Leibesübungen.

Er wurde beim Amtsgericht Salder unter der Nummer: V.R. 44 ins Register eingetragen. Der M.T.V. löste sich auf und übergab das Vereinsvermögen und Turngeräte dem V.f.L.

 

In der Folgezeit machten sich mehrere Mitglieder um den Verein verdient. Zu nennen kann man in erster Linie: Fritz Sommer, Kurt Großkopf, Hans Eckerleben und Walter Jäcke.    

 

Nach Ausbruch des 2. Weltkrieges kam der Sportbetrieb fast völlig zum Erliegen.

Nur etwas Schach und Frauenturnen wurde auf dem Strub’schen Saal noch ausgeübt.  

 

Man schrieb das Jahr 1946.

Deutschland blutete noch aus vielen Wunden, viele Sportstätten waren entweder völlig zerstört oder zu Acker- oder Gartenflächen umgestaltet. Doch mit der Rückkehr der ersten Kriegsgefangenen regten sich auch in Salder sportliche Aktivitäten.  

 

Vornehmlich waren es die Fußballer, die ihren früheren Hobby wieder frönen wollten.Im Frühjahr 1946 trafen sich die alten Recken der früheren Sportvereine und auch viele junge Leute, die den Krieg heil überstanden hatten, um einen Neuanfang zu wagen. In der damaligen Bahnhofsgaststätte Badermann, heute Betriebsgelände der Firma Möhlenhoff Wärmetechnik GmbH, wurde die erste Versammlung abgehalten.  

 

Ein neuer Vorstand wurde gewählt:  

 

Vorsitzender Wilhelm Genther,  

2. Vorsitzender Franz Meerbach,

Jugendwart Kurt Großkopf,  

Kassierer Hans Eckerleben,

Sportwart Fritz Sommer,  

Fußball-Obmann Heinrich Scheppermannund  

Schriftführer Ernst Giesecke.  

 


 


 

Nach einem Jahr hatte der Verein 125 Mitglieder. Es ging aufwärts und 1947 spielte man sogar mit Erfolg Handball. Als Trainer konnte Kamerad Eule gewonnen werden, der die Damen- und Herrenmannschaften zum Erfolg führte. Später wurde eine Tischtennisabteilung gegründet.  

 

Als Sportplatz diente immer noch die mit viel seitlichem Gefälle verlaufende Wiese am Hasselberg. Als Umkleidekabine dienst ein Einmann-Bunker und es kam öfter vor, dass die lädierten Tore kurz vor dem Spiel zusammengeflickt werden mussten.

Im Hintergrund standen 15 Baracken, in denen sich das T-B-C Krankenhaus befand, die frührer als Unterkunft für die Besatzungen der im Kriege stationierten Flakstellungen  dienten.  

 

Im Salzgittergebiet gab es nach dem Kriege riesige Barackenlager, in denen viele talentierte Fußballspieler wohnten (hausten). Sogar Jupp Posipal, der spätere Weltmeister, soll in einem der Barackenlager gewohnt haben und beim V.f.L. Salder, am Hasselberg, gespielt haben. 1948 fand man ein neues Gelände an der Fuhse, unser jetziges Vereinsgelände, welches aber früher  als Flachsbleiche benutzt wurde.  

Die Eigentumsverhältnisse waren und sind unklar. Nur in Eigenarbeit wurden die brachliegenden Ackerstücke zu einem Sportplatz umgestaltet.  

  

Eine Pionierarbeit die seinesgleichen sucht und wohl heute nicht mehr zu schaffen wäre. Umkleidekabine war die ehemalige Segelflughalle. Gewaschen wurde sich am Bach in Aluminiumschüsseln und in einem alten Militärschrank lagen zwei Trainingsbälle und ein Spielball.Unter dem Namen VfL Salder spielten zwei Herrenmannschaften und zwei Jugendmannschaften.     

 

Die Jahreshauptversammlung 1953/54 wurde mehrere Male verschoben. Im Herbst 1954 gab es einen Wechsel in der Vereinsführung. Walter Jäcke wurde Vorsitzender. Die erste Herrenmannschaft stieg in die Bezirksklasse auf. Freundschaftsspiele im sowjetisch besetzten Teil Deutschlands ( Bernburg, Rudolfstadt und Genthin) faden statt und wurden wie Ausflüge, mit Kind und Kegel, organisiert und durchgeführt.

 

Die Jahre 1968 bis 1971 gehen als Jahre des Bauens in die Vereinsgeschichte ein. In mehr als 6299 freiwillig geleisteten Arbeitsstunden wurde das Vereinsheim gebaut. Die Besitzer der Flachsrotten stellten das Gelände kostenlos zur Verfügung.

 

Ein vereinseigene Sporthalle wurde gebaut, die leider am 26.07.1971 durch einen tödlichen Unfall (Walter Bosse, Fußballtrainer beim V.f.L. Salder) überschattet wurde. 1972 wurde die Halle der Jugend übergeben und erhielt den Namen „Walter-Bosse-Halle“!

 

1974 wurde der Hartplatz (Gelände einer ehem. Badeanstalt) erstellt und in Betrieb genommen.

1976 wurde Wolfgang Jäcke Vereinsvorsitzender. 650 Mitglieder waren im V.f.L Salder. Seit 1988 spielte man wieder Damenhandball.  

 

Der größte Erfolg bei der Jugend war der Gewinn der Landes-Meisterschaft der Fußball-C-Jugend im Jahre 1980. Diese Mannschaft wurde beharrlich über Jahre aufgebaut.  

1994 verstarb der langjährige Vorsitzende Wolfgang Jäcke plötzlich und unerwartet. Der Verein war mit all’ seinen Mitgliedern wie gelähmt. Seine menschliche Art, sein faires Verhalten, sein Wissen und seine menschliche Wärme fehlten abrupt.  

Wir denken gern an sein Wirken zurück.

  

Als Nachfolger bekam Bernhard Hessel (und das zum wiederholten Male) das einstimmige Vertrauen der Mitglieder und übte das Amt des 1. Vorsitzenden seit 1994 souverän und mit hohem persönlichem Engagement und einer menschlichen Art aus, die von jedermann im Verein geachtet wurde. Unter seiner Leitung wurden viele Sanierungs- und Baumaßnahmen durchgeführt und der Verein öffnete sich weiter für Kinder und Frauen in neuen Bereichen. Die Zahl der Mitglieder stieg weiter auf (Stand: JHV 2005) 673 Mitglieder, davon 254 Kinder und Jugendliche.  

  

Mit der Jahreshauptversammlung 2005 gab es dann einen großen Personal- und Generationswechsel im Vorstand auf vielen Positionen:

 

Wolfgang Rosenthal wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt,  

2. Vorsitzender wurde Wolfram Skorczyk,  

3. Vorsitzender Traudel Werner.  

Nicole Biethan wurde Schatzmeisterin und  

Carsten Fricke  Schriftführer.  

 

Auch bei den Abteilungsleitern, die zuvor bereits in den Abteilungen gewählt und von der Jahreshaupt-versammlung bestätigt werden, gab es Neuerungen:  

Frank Eisenacher wurde Fußball-Abteilungsleiter, Andreas Weidner Jugendfußballleiter und Rolf Nizik neuer Kegelabteilungsleiter.  

Auf Vorschlag des neuen Präsidenten Wolfgang Rosenthal wurde unter tosendem Beifall einstimmig beschlossen, den bisherigen Präsidenten Bernhard Hessel zum Ehrenpräsidenten zu ernennen.  

 

Im Jahr 2006 hat sich der Verein sowohl sportlich als auch organisatorisch kontinuierlich weiterentwickelt. Beleg sind die Meistertitel und Aufstiege in höhere Spielklassen sowohl im Bereich Herren- und Jugendfußball wie auch bei den Handballdamen, im Tischtennis und in der Kegelabteilung.

Auch im Bereich des Freizeitsports lief die Entwicklung durch ein erweitertes Angebot, insbesondere für Mädchen, sehr positiv. Wegen der Fußballweltmeisterschaft fand die Mitgliederversammlung 2006 am 01.Juli 2006 schon nachmittags vor 54 Mitgliedern statt.

Im Gegensatz zur Entwicklung anderer Vereine in der Stadt konnte, wie die 3. Vorsitzende Gertraude Werner stolz berichtete, die Mitgliederzahl seit Juli 2005 von 673 auf 720 gesteigert werden.

Davon, und das ist sehr positiv und ein Zeichen für die Zukunft, sind 297 unter 18 Jahren alt und 190 weiblich.

Größte Wachstumstreiber waren die Bereiche Kindertanz sowie der Jugendfußball mit Andi Weidner und Karsten Wagner.

Im VfL Salder waren 2007 aktuell 757 Mitlieder organisiert, davon mit über 200 Mitgliedern ein hoher Anteil Kinder und Jugendliche, und auch der Anteil der Frauen ist auf weit über 100 gestiegen. Zur Jahreshauptversammlung 2007 konnte der VfL Salder,  einer der ältesten Sportvereine im Stadtgebiet, am 23. Juni etwa 90 dieser 757 Mitglieder begrüßen.

Traudl Werner berichtete dann über die angespannte finanzielle Situation, die sich überwiegend durch gestiegene Verbandsabgaben bei konstanten Mitgliedsbeiträgen ergeben hat.

Für 2007 wurde trotz der gestiegenen Energiekosten noch eine ausgeglichene Bilanz erwartet.

Zum

1. Vorsitzenden wurde Carsten Fricke,

zum 2. Vorsitzenden Artur Ott und zur Schatzmeisterin Traudl Werner gewählt.


3. Vorsitzender wurde Jonny Meineke, und Schriftführerin Daniela Brand.

Die anderen Mitglieder des erweiterten Vorstands wurden bestätigt.

Auch bei den Abteilungsleitern, die zuvor bereits in den Abteilungen gewählt und von der Jahreshauptversammlung bestätigt werden, gab es Neuerungen:

Rolf Bendik wurde Fußball-Abteilungsleiter, Carsten Wagner Jugendfußballleiter und Klaus Vogt neuer Kegelabteilungsleiter. Helga Neuberger als Abteilungsleiterin Gymnastik/Freizeitsport und Daniela Brand als Abteilungsleiterin Handball wurden wiedergewählt.

In dieser Zeit gab es viel Bewegung im VfL, die sportlichen Erfolge blieben nicht aus. Die ehrenamtliche Tätigkeit im Vorstand wie im gesamten Verein war jedoch für viele eine hohe Belastung, die nicht alle auf Dauer tragen konnten.

Nachdem auf der Jahreshauptversammlung am 31.10.2009 kein neuer Vorstand gefunden wurde fand am 14.11.2009 eine Außerordentliche Mitgliederversammlung statt.

Nach einer lebendigen Diskussion konnte dann ein neuer Vorstand gefunden werden, der von der Versammlung einstimmig gewählt wurde:

1.Vorsitzender    Wolfang Kientopp

2.Vorsitzender     Carsten Fricke

Schatzmeister      Henning Koch

3.Vorsitzender     Andi Weidner

Schriftführer/ 
Pressewart      Hermann Neuberger

Weitere Vorstandspositionen sollten später besetzt werden. In einem ersten Grußwort nach der Wahl bedankte sich der neue Vorsitzende und richtete einen Appell an die Kontinuität im Verein und warb um Mitarbeit und Hilfe für die erfolgreiche Weiterarbeit im Verein und insbesondere in der Jugendarbeit.

Wer heute das Vereinsgelände betritt wird einige der Veränderungen der letzten Jahre und Monate feststellen:

Die vereinseigene Halle wurde umfangreich instandgesetzt: Der Fußboden wurde gegen einen richtigen Turnhallenboden ausgewechselt, die Bande und ein Prallschutz eingebaut. Damit wurden die Auflagen der Berufsgenossenschaft erfüllt und die Kinder der Schule in Salder können ihren Sport wieder vor Ort in der Halle ausüben.Zusätzlich wurde die Heizungs- und Warmwasseranlage ausgewechselt und auf einen modernen Stand gebracht. Zusammen mit der neuen Fensteranlage und der besseren Wärmedämmung sollen damit auch die hohen Energiekosten gesenkt werden.

Zusammen mit einem Sponsor wurde auch der Ballfang vor der Terrasse erneuert. Wegen der überaus positiven Entwicklung im Fußball und Jugendfußball musste eine Lösung für Trainingsmöglichkeiten gesucht werden weil die beiden vorhandenen Plätze nicht ausreichten.

Diese Lösung konnte mit der Anmietung des ehem. Sportfreunde-Stadions an der Rudolf-Harbig-Str. von der Stadt gefunden werden.

Nach einer Grundinstandsetzung sollten hier auseichende Spielmöglichkeiten gegeben sein. Nach einer Bereinigung der Mitgliederstatistik hat der VfL zum Jahresbeginn 2011 insgesamt 581 Mitglieder.

Diese sind erfolgreich im Bereich Wettkampfsport im Fußball ( 2 Herren und 2 Alt-Herren- Mannschaften), Jugendfußball (10 Mannschaften), Kegeln und Tischtennis aktiv. Leider hat sich die Damen-Handballmannschaft aufgelöst.

Im Bereich Freizeitsport sind besonders viele Kinder und Mädchen sowie Frauen in den Gruppen Eltern/Kind- , Kinder-, Schülerturnen, Gymnastik, Badminton, Aerobic, Jugendtanz und Dino-Sport aktiv, insgesamt weit mehr als 100 Aktive.

    

 

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 letzte Aktualisierung

11.12.2017